Cueva del Viento

Beschreibung

Die Vulkanröhre Cueva del Viento liegt im gleichnamigen Ortsteil von Icod de los Vinos. Sie entstand vor 27.000 Jahren aus Basaltlava der ersten Ausbruchsphase des Vulkans Pico Viejo, neben dem Teide (Teneriffa, Kanarische Inseln).

Der spanische Name der Vulkanröhre geht auf die bemerkenswerten Luftströmungen im Inneren zurück. Die Cueva del Viento steht mit der beachtlichen Länge (bisher sind topografisch 18 Kilometer erfasst worden) weltweit an fünfter Stelle, gleich nach den ersten vier längsten Röhren, die sich alle auf der größten Hawaii-Insel (USA) befinden. Die Vulkanröhre besteht aus einem gewaltigen, netzartigen Labyrinth unterirdischer Gänge. Zahllose Verzweigungen sind bisher unerforscht und deuten auf eine beachtliche Erweiterung des Höhlenkomplexes hin.

Cueva del Viento sticht auch durch die einzigartigen geomorphologischen Merkmale hervor. Das Galeriennetz breitet sich auf drei übereinanderliegenden Ebenen aus. Ein solches Phänomen ist weltweit einmalig. Zudem weist die Vulkanröhre Strukturen primären Ursprungs auf, darunter Lavastalaktiten, Lavafälle, seitliche angeordnete Terrassen oder Lavaseen, aber auch exogene Verhärtungen unterschiedlicher Zusammensetzungen (Kalziumkarbonat und andere Salze).

Biologisch gesehen hebt sich in dieser verschlungenen Röhre die unterirdische Tierwelt ab und bildet eine Quelle für ständig neue Entdeckungen. In Cueva del Viento leben insgesamt 190 bekannte, mehrheitlich wirbellose Arten, darunter 44 troglobionte Tierarten, also echte Höhlentiere. Zu diesen Lebewesen, die zur ständigen Dunkelheit verdammt sind, gehören 15 Neuentdeckungen der Wissenschaft, wie die Höhlenschabe Loboptera subterranea oder die Laufkäfer Wolltinerfia martini und Wolltinerfia tenerifae.

Im Höhleninneren findet man zudem vereinzelt Fossilienreste ausgestorbener Wirbeltiere wie die Riesenratte und die Riesenechse, aber auch andere Knochenreste von Tierarten, die auf Teneriffa längst verschwunden sind, z. B. eine Krähenart („Graja“) oder die Kragentrappe.

Zum Schutz und zur Erhaltung der Cueva del Viento erließ die Kanarische Regierung 1998 den Ordnungsplan für die natürlichen Ressourcen der Cueva del Viento. Dies war die Vorstufe zur Einstufung als Spezielles Naturreservat. Mit dem Ordnungsplan sollten schädigende Einwirkungen auf die Vulkanröhre gebremst werden, wie Neubauten, Bodenveränderungen oder jegliche Art von Müllablagen. Gleichzeitig legt der Plan Verbesserungsmaßnahmen wie ein Abwassernetz fest, um eine Verschmutzung zu verhindern. Der Plan berücksichtigt ferner die Förderung wissenschaftlicher Forschungen oder die Umwelterziehung.